Die Bewerber für ein WG-Zimmer haben alle eins gemeinsam: sie hätten das „Hallo“
auch gleich mit einem „Tschüss“ verbinden können. Keiner der Bewerber gefällt den WG-Bewohnern Jens und Alina. Der Gedanke, mit einer dieser Personen unter einem Dach leben zu müssen, erscheint ihnen unvorstellbar.
Langsam der Verzweiflung nahe stellt sich zum Schluss doch eine sympathische Bewerberin vor und bekommt auch gleich das Zimmer.
Doch das Zusammenleben mit der neuen Mitbewohnerin Nadine stellt sich als anstrengender heraus als gedacht. Die erste gemeinsame ereignisreiche Nacht stellt die scheinbar richtige Wahl auf die Probe...
Nach 2 Kurzfilmen bestand das Bedürfnis einen „abendfüllenden“ Film mit einer grösseren Geschichte und sich entwickelnden Charakteren zu drehen. Das Problem war nur, dass Fifty-Fennig Productions über ein namensgleiches Budget verfügt und sich die Frage stellte, wie ein solcher Film zu realisieren sei, bei den technischen Möglichkeiten und der begrenzten freien Zeit der Filmcrew. Wir verfügen nicht über die Mittel, Ausleihstammgast bei den einschlägigen Filmtechnikverleihhäusern zu sein oder den Darstellern eine Gage bieten zu können, die es ihnen erlaubt, ihre sonstigen Verpflichtungen zugunsten des Films aufzugeben.
Eine Realisierung des Films gelang aufgrund der angewandten „WildStyle“ Technik. Bei dieser Filmtechnik wird stark mit Improvisation und damit verbundenen Realismus gearbeitet.
Der Regisseur schafft nur Situationen und Gespräche, mit denen sich die Schauspieler spontan auseinandersetzen müssen. Dadurch wird den Darstellern eine große Freiheit gegeben zu agieren und sie handeln nicht, wie im normalen Film, in der ihnen zugeschriebenen Rolle mit festgelegten Dialogen. Für den Filmverlauf bedeutet dies eine gewisse Offenheit und Flexibilität. Wenn die Schauspieler eine Situation anders interpretieren als es der Regisseur erwartet hat, muss das weitere Drehbuch geändert werden. Für uns eine interessante, experimentelle Filmtechnik und eine Möglichkeit einen abendfüllenden Film zu realisieren.
In der praktischen Umsetzung erwies sich die Umsetzung dieser Filmtechnik als teilweise sehr schwierig. Die Szenen, welche stark improvisiert waren und wo die Schauspieler „ins kalte Wasser geworfen“ wurden, erwiesen sich als die filmtechnisch schlechtesten, da sie nicht wiederholbar waren und ohne Unterbrechung durchgefilmt werden musste. Dies bedeutete, dass trotz auftretender Probleme (unerwartete Nebengeräusche, falsche Position der Schauspieler etc.) weitergefilmt wurde. Das zeigte sich besonders stark bei der Szene auf der Party, wo Alina und Jens komplett ins Wasser geworfen wurden. Sie wussten nichts von dem anderen Schauspieler, welcher zuerst Alina anmachte und sich zum Schluss mit Jens prügeln wollte. Sie mussten vollkommen spontan reagieren auf den ihn unbekannten Schauspieler und sein Verhalten. Filmtechnisch war die Szene aber der Todesstoss für jeden Cutter und Regisseur.
Im Vergleich zu den anderen Filmen war dieser Film der „Ben Hur“ von Fifty-Fennig Productions: Eines halbes Jahr Drehzeit, über 10 Schauspieler/innen, mehrere Drehorte und stundenlanges Filmmaterial von 2 Kameras, dass geschnitten werden musste.