[liebe bis aufs blut]

Eine Theaterproduktion des Jugendclub | NeueSzene des Theater Bielefeld zum Thema Eifersucht. Nach Erzählungen von Simone Buchholz, Tanja Dückers, Jenny Erpenbeck, Judith Hermann, Zoë Jenny, Silvia Szymanski und Alissa Walser.

Mit Jens Blome, Jens Burnicki, Raymond Dudzinski, Miriam Epple, Cornelia Fleischer, Tomàs Gilgenmann, Kathrin Heermann, Steffi Rahenkamp, Jonas Rothlaender, Stefan Schmied, Clarisse Schröder, Mirco Schwettmann, Frauke Uhlenbruch, Concetta Vaella, Niki Vogiantzi, Almut K. von Wedelstaedt
Inszenierung: Joachim von Burchard

Premiere: 29 | Mai | 2002 TAMoben
weitere Vorstellungen:
30., 31. Mai, 1., 2., 26., 28., 29., 30 Juni jeweils um 20 Uhr
Wiederaufnahme:
23., 24., 25. und 27. Oktober jeweils um 20 Uhr

Das Stück
„Man wundert sich immer wieder über sich. Es scheint nicht gerecht, dass einen die anderen dermaßen für das verantwortlich machen, was man fühlt. Man hat da selbst so wenig Einfluss drauf.“

Sie lähmt uns und treibt uns an, sie nimmt uns gefangen und lässt uns explodieren, sie frisst uns auf und macht uns blind. Die Eifersucht, die Leiden schafft...ist das gemeinsame Thema für die vierte Produktion des Jugendclubs NeueSzene.

Sieben Erzählungen bekannter junger Autorinnen dienen als Vorlage für „Liebe bis aufs Blut“. Nach dem Stück „Hopping“ im zweiten Jahr, in dem fast nur eigene Geschichten und Texte Grundlagen der Inszenierung waren und „Under One Roof“ im letzten Jahr, in dem Textfragmente und Dialoge in neue Zusammenhänge gestellt wurden, stellten sich die 15 Mitglieder des Jugendclubs in diesem Jahr der Herausforderung, die Geschichten und die Sprache der sieben Erzählungen zum Thema Eifersucht auf die Bühne zu bringen.

Die folgenden sieben Erzählungen bilden die Grundlage von „Liebe bis aufs Blut“:

_ Tanja Dückers: Lolo
„Ich möchte Dich doch etwas fragen, was mich beschäftigt, mit wie viel Mädchen schläfst Du eigentlich zur Zeit?“
„Ich glaube, es ist gut, wenn man sich nicht zu sehr von seinen Emotionen versklaven lässt.“

_ Simone Buchholz: Austausch
Er kam mit dem Nachtzug aus Paris und machte, dass meine erste große Liebe nichts mehr wert war. Er hätte auch einfach Bomben werfen können. Oder mich anzünden.

_ Jenny Erpenbeck: Atropa Bella-Donna
...mein Körper ist so heiß wie die Sonne, die auf ihn scheint, die Sonne hat die Hitze wie einen Block auf die Straße gestellt, und in den Block bin ich eingeschmolzen...

_ Alissa Walser: Deine Finger reichen nicht bis November
Seither geistert mir Die durch den Kopf. Diese Frau war so flüchtig wie die klebrige Bilderwelle, mit der Sie mich überschwemmte.

_Zoe Jenny: Sophies Sommer
Was sich damals im Sommerhaus der Familie Schmitz ereignete, war für uns alle unbegreiflich und eigentlich konnte sich am Ende niemand erklären, woran es lag, dass innerhalb von wenigen Tagen die Familie zerstört war und sich die Mitglieder so fremd wurden, als hätten sie nie etwas miteinander zu tun gehabt.

_ Judith Herrmann: Zigaretten
Ich bin nicht eifersüchtig. Nicht so, nicht so einfach. Ich bin eifersüchtig auf diese kleine kurze Geschichte. Auf ihre Einfachheit. Auf die Zeit.

_ Silvia Szymanski: Raffael, Mustafa, Gerd, Heinz und Kurt
Man wundert sich immer wieder über sich. Es scheint nicht gerecht, dass einen die anderen dermaßen für das verantwortlich machen, was man fühlt. Man hat da selbst so wenig Einfluss drauf und Ahnung von.

Die Gruppe
An der aktuellen Produktion sind 15 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 26 Jahren beteiligt, neun von ihnen sind das erste Mal dabei. Die meisten von ihnen sind Schüler, Auszubildende, Zivildienstleistende oder Studenten. Die Vorbereitungen für „Liebe bis aufs Blut“ begannen Ende September letzten Jahres. Ab Ende Oktober wurde zwei Mal pro Woche geprobt, was für alle mit großem Einsatz und Konzentration verbunden war. Für einige weitere Teilnehmer war dieser Einsatz nicht zu leisten, sie konnten deshalb leider nicht bis zum Ende an dem Projekt teilnehmen.

Der Regisseur
Joachim von Burchard, 43, lebt als freier Schauspieler und Regisseur in Göttingen.
Mit Beginn des Studiums der Kulturpädagogik, Ende 1981, gründete er mit sechs weiteren Studenten das Theater „Mahagoni“. Es zählt heute zu den erfolgreichsten Freien Theatern Deutschlands. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bearbeitung theaterfremder Stoffe. Ironische Spielformen, groteske Überhöhung, die Einbeziehung von Live Musik, sowie Video- und Filmelemente haben die Arbeit geprägt.

Die Rollen
Heinz / VaterJens Blome
Mustafa / Dyke / NilsRaymond Dudzinski
Inka / SilviaMiriam Epple
JudithCornelia Fleischer
ClariceNiki Vogiantzi
Raffael / MannTomàs Gilgenmann
Laura / MutterKathrin Heemann
Eva / Alissa / MutterSteffi Rahenkamp
LoloJonas Rothlaender
Gerd / MannStefan Schmied
SimoneClarisse Schröder
Kurt / BrunoMirco Schwettmann / Jens Burnicki
Jenny / ZoeFrauke Uhlenbruch
JuliaConcetta Vaella
RegieJoachim von Burchard
RegieassistenzAlmut K. von Wedelstedt

Presse
Die neue Produktion des Jugendclubs "Neue Szene" des Theater Bielefeld "Liebe bis aufs Blut" beeindruckt bei ihrer Premiere durch große Eindringlichkeit und die besondere Leistung der Schauspieler.

Neue Westfälische, 1./2. Juni 2002

Joachim von Burchard konfrontiert den Zuschauer in ergreifender Weise mit alldem, wohin aus Liebe resultierte Eifersucht erfahrungsgemäß führt: Wut, Verzweiflung, Trauer und Einsamkeit.

Westfalen-Blatt, 1./2. Juni 2002

Episodisch reihen sich die kurzen Geschichten aneinander, meist spielen Paare szenisch aus, was einmal ein Solo für eine Schriftstellerin war, und eigentlich immer sind Frauen eifersüchtig, meist Männer wegen. Mal still leidend, mal ziehmlich laut, und immer kippt eine packende Selbstquälerei in einen uhrkomischen Totschlag hinter der Bühne. Da werden nicht nur Texte aufgesagt, da gestaltet nicht nur jeder einzelne seinen Auftritt, es kommt zu richtigen, dichten Ensemble-Leistungen.

Ultimo Ausgabe Nr. 13/02 von Maria H

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