[party culture]
Das Wichtigste zuerst:
Bildmaterial für alle, die in Erinnerungen schwelgen möchten, oder das Event verpasst haben und einen Einblick in die [party culture] werfen wollen!
18.00 Uhr:
Das Gerücht macht die Runde, dass draußen schon eine Frau wartet. Kommen nun wirklich Leute oder sitzen wir den ganzen Abend alleine mit unserer Deko rum? Ok, wir hatten die Idee einfach eine Privatparty zu starten, wenn niemand kommt, aber ich glaub, es wird nur ein trauriges Kampftrinken werden.
Gegen Viertel nach sechs trudeln die ersten Gäste ein. Größtenteils bekannte Gesichter, aber dennoch lockert sich die Stimmung bei mir auf. Den vollkommenen Flop scheinen wir überwunden zu haben.
Mit der künstlerischen halben Stunde Verspätung beginnt um 19.30 die Lesung von Mich-El Göhre. Ich war vorgewarnt worden, dass seine Texte nichts für seichte Gemüter sind. Die meisten gefallen mir ganz gut und dem Publikum anscheinend auch, obwohl ein paar Gäste etwas verwirrt gucken, als es 20 Minuten lang um Innereien geht, die sich durch den After verflüchtigen wollen.
Nach Mich-El Göhre übernimmt Dominic Dahl den heißen Autorenstuhl und beginnt mit seiner Prosa. Sie ist lockerer, nicht so schwermütig. Alle, die sich bei Mich-El Göhre verkrampft haben, scheinen sich nun wieder zu entspannen. Das Paradiso ist allmählich gut gefüllt, die Sitzplätze werden knapp und die ersten Leute müssen stehen. Meine Erwartungen sind übertroffen, mit soviel Leuten hatte ich zu so früher Uhrzeit nicht gerechnet.
Unser Zeitplan ist durch den Ausfall des Theaters zerstört und Dominic Dahl überzieht genau wie Mich-El Göhre vorher, seine eingeplante Zeit gnadenlos, was für uns nur gut ist.
Als nächstes kommt Johannes „Yucca“ mit seiner Gitarre an die Reihe. Meine Nackenhaare stellen sich provisorisch beim Gedanken an „Liedergut“ hoch, werden aber bald wieder eingefahren. Kein dramatisches Betroffenheitsgeheule und Schmalzbojen, mir gefällt es sogar. Die 1000 Verspieler und Fehlstarts machen die Sache noch sympathischer. Das Publikum ist begeistert, fordert Zugaben. Damit hatte Johannes nicht gerechnet und in Ermangelung eines neuen Liedes stimmt er noch mal seine „grossen Hit“ an. Ich weiss nicht, ob schon mitgesungen wurde, möchte es aber nicht auschliessen. Unter lautem Beifall verlässt er die Bühne.
Das Ersatztheater, dass in 2 Tagen improvisiert wurde, scheint die Leute zu verwirren. Als Jens Burnicki anfängt sein Zimmer zu beschreiben (eine Textcollage aus Bret Easton Ellis Roman „American Psycho") und dies von Nachrichtenbildern unterlegt wird, haben die meisten Gäste einen verwunderten Gesichtsausdruck.
Die Performance von Alina Tinnefeld ist da schon verständlicher. Sie spielt eine Putzfrau, die sich in der Pause eine „Jobmotivationskassette“ anhört. Zu einer flockig-leichten Stimme zeigt sie mit Wischmob und Besen bewaffnet, wie unproblematisch das Leben sein kann, wenn man nur auf die schlauen Ratgeber hört. Eine gelungene Satire auf die verlogene „Du kannst alles schaffen, wenn Du nur willst“ Ideologie mit ihren ganzen Auswüchsen.
Nach einer kurzen Umbauphase beginnt der Film „WG-Zimmer,18qm, frei“. Zu meiner Verwunderung lachen die Leute an allen möglichen Stellen, welche gar nicht witzig sein sollten. Nehmen die den Film nicht ernst oder ist das wirklich witzig? Später folgenden Gesprächen nach, nahmen sie den Film ernst, was mich als Macher des Films natürlich freute.
Damit endete der Kulturteil und nach einer Umbauphase konnte die Party beginnen. Von der Party bis 4.00 morgens erzähle ich jetzt nichts mehr, sondern lasse die
Bilder sprechen...
Hier der Flyer von
vorne und von
hinten...
tl
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